Der aktuelle Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands zeichnet ein alarmierendes Bild: In Deutschland leben inzwischen 13,3 Millionen Menschen in Armut. Die Armutsquote stieg 2025 auf 16,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Jahren. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, ältere Menschen, Alleinlebende sowie Menschen mit geringem Einkommen. Auch Berlin verzeichnet einen deutlichen Anstieg: Die Armutsquote kletterte innerhalb eines Jahres von 16,1 auf 18,7 Prozent.
Einerseits haben wir wachsende Armut, andererseits eine Steigerung der Anzahl der Superreichen.
Für die Piratenpartei Berlin ist klar: Armut ist kein individuelles Versagen. Sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher Strukturen. Wenn immer mehr Menschen trotz Arbeit, Ausbildung oder jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit nicht mehr sicher über die Runden kommen, dann braucht es grundlegende Veränderungen statt kosmetischer Korrekturen.
Seit vielen Jahren setzen wir uns für die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) ein. Jeder Mensch soll einen individuellen Anspruch auf eine existenzsichernde finanzielle Grundlage erhalten – unabhängig von seiner Erwerbssituation oder persönlichen Lebenslage.
Ein Grundeinkommen würde:
- Armut wirksam vorbeugen statt sie nachträglich zu verwalten.
- Gesellschaftliche Teilhabe für alle ermöglichen.
- Menschen von entwürdigenden Bedürftigkeitsprüfungen befreien.
- Bürokratie abbauen und Verwaltungsaufwand reduzieren.
- Individuelle Freiheit stärken und neue Chancen eröffnen.
Gerade in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen durch Digitalisierung, Automatisierung und den Wandel der Arbeitswelt braucht es soziale Sicherheit, die Menschen nicht bevormundet, sondern ihnen Selbstbestimmung ermöglicht.
Darüber hinaus fordern wir eine konsequente Förderung bezahlbaren Wohnraums, mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt und eine Stadtentwicklung, die sich am Gemeinwohl statt an kurzfristigen Renditeinteressen orientiert.
Wir PIRATEN Berlin verstehen soziale Gerechtigkeit nicht als Gegensatz zur Freiheit, sondern als ihre Voraussetzung. Wer ständig um die eigene Existenz kämpfen muss, kann seine Rechte, Talente und Möglichkeiten nur eingeschränkt wahrnehmen.
Der aktuelle Armutsbericht ist deshalb nicht nur eine Statistik. Er ist ein Warnsignal. Wenn fast jeder fünfte Mensch in Berlin von Armut betroffen ist, reicht es nicht mehr aus, Symptome zu verwalten. Wir brauchen den Mut zu strukturellen Reformen.
Eine moderne Sozialpolitik muss Armut verhindern statt verwalten. Sie muss Menschen vertrauen statt sie zu kontrollieren. Und sie muss Freiheit, Würde und gesellschaftliche Teilhabe für alle gewährleisten.
Dafür stehen wir PIRATEN Berlin.